Von null aufs Podest!

Die schrägste Story will ich Euch nicht vorenthalten. Als bekennende Nicht-Triathletin habe ich mich von Robert (einem Berliner Schwimmer, der seine neue Wohnung mit einem tollen Fest feierte – Stichwort: Kohlsuppe, polnisches Bier und «Deutschländer»-Würstchen) überreden lassen, am Berlin Triathlon mitzumachen. Grund: Fast alle Freunde an Roberts Party haben sich für den Berlin-Tri eingeschrieben. Na gut, da wollte ich natürlich nicht fehlen. Aus wadentechnischen Gründen meldete ich mich daher für die Distanz mit den wenigsten Laufkilometern an: Supersprint (0,4-12-2,5).

Da ich noch nie einen Wechsel hingelegt habe, hiess es also bei Roberst Party: Wechsel üben. Wenn nicht real, dann wenigstens mental. Dank an dieser Stelle an Frank: Er hat mich in die Geheimnisse des perfekten Wechsels eingeführt. Sprich: Keine Socken anziehen, kein abtrocknen nach dem Schwimmen, kein Zeit vergeuden mit Essen oder Trinken.

Gesagt, getan. Schwimmen in der Spree war nett: warm (20.8 Grad, wie Rainer und Ina eruiert haben), trüb und ultrakurz. Beim Radfahren konnte ich gut mithalten in der Gruppe um die Spitzendamen. Beim Laufen haben sie mich dann aber etwas abgehängt. Aber immerhin: Ich durfte mich schlussendlich als 3. Frau im Ziel «feiern» lassen. Das Beste: Als Siegesgeschenk bekam ich – neben einer netten Urkunde – eine Wettkampfschwimmbrille geschenkt. Wenn das mal kein gutes Omen für die WM ist!

Aber eben: Es darf gelacht werden. Dass ich als triathletischer Nobody da gleich vorne dabei bin, hat wohl ziemlich viel mehr mit Glück (früh aus dem Wasser und perfekte Radgruppe) denn mit Können zu tun. Jetzt habe ich endlich meinen Einstand in dieser Sportart gegeben; ich möchte aber klar stellen: Das war mein erster und letzter Triathlon! Ich ziehe einsame Bahnen im Chlorwasser der Materialschlacht und Wechselzonen-Hektik vor.

Trotzem: Danke, Robert! Dank Deiner neuen Wohnung samt Kohlsuppe und Polska-Bier bin ich um eine spassige Erfahrung reicher. An dieser Stelle noch ein dickes Lob an meinen Mann. Er hat in einer olympischen Staffel mitgemacht und eine neue PB für die 10 km Laufen aufgestellt: 43:57! Zur Belohung gabs ein grosses Bier. Aber eines aus Bayern, kein polnisches!